Eine traumhafte Welt aus dem Märchenmobil
Eine märchenhafte Woche haben die Kinder der Grundschule Friedenstal hinter sich, denn das „Märchenmobil” der Caritas machte Halt auf dem Schulhof und bezauberte die Schülerinnen und Schüler.
Ob die Kleinen einen Frosch, eine Prinzessin oder gar einen Brunnen spielen wollten – im Märchenmobil war alles möglich. „Die Kinder gehen die Treppen hinauf und sind in einer völlig anderen Welt”, erzählte Bettina Sichelschmidt. Die Leitende Erzieherin der offenen Ganztagsgrundschule betreute während der „Märchenwoche” vorwiegend Erst- und Zweitklässler.
Viele Froschkönige auf einem Haufen
„Und mir selbst machte es großen Spaß”, schwärmte Bettina Sichelschmidt. Sie hatte sich für die Woche mit dem Märchenmobil die Geschichte des „Froschkönigs” ausgesucht. „Wir verkleiden uns, ich lese den Kindern vor und dann spielen wir das Märchen gemeinsam nach. Das Schöne daran ist, dass jeder ein Froschkönig oder ein Zauberer sein darf”, schwärmte Bettina Sichelschmidt.
Vor einem Jahr machte sie eine Fortbildung zur „Märchenmentorin” – eine Initiative der Caritas zum Thema „Suchtvorbeugung”. „Dass Kinder in dem Alter süchtig werden, mag kaum jemand glauben”, so Sichelschmidt. „Aber die ersten Suchtmittel sind zum Beispiel der Fernseher und der Computer. Viele Kinder sitzen den ganzen Tag davor und kümmern sich kaum noch um ihr Umfeld.” Oft seien die Folgen ein „schwaches Selbstbewusstsein. Davor möchten wir unsere Kinder schützen.”
Dabei helfe das Märchenmobil, meint die leitende Erzieherin. „Die Kinder schlüpfen nämlich in Rollen hinein, durch welche sie den anderen Kindern endlich etwas zu sagen haben, sich durchsetzen können. Gerade schüchterne Kinder können dann aus sich herauskommen und an Sicherheit gewinnen.”
Märchen vermitteln die Grundgefühle des Lebens, so Bettina Sichelschmidt. „Sie sind nicht brutal, sondern zeigen die Probleme des Lebens auf und enden immer gut.”
Auch wenn das im richtigen Leben nicht immer der Fall sei, könnten die Schülerinnen und Schüler dennoch lernen, wie sie fantasievoll mit Konfliktsituationen fertig werden. „Wichtig ist auch, dass sie über Ängste und Sehnsüchte sprechen. Aber dafür brauchen wir Hilfe vom unserem Zauberer Karolus – Eine Handpuppe, die dazu dienen soll, dass sich die Kinder uns Lehrern und Erziehern gegenüber öffnen.”
Handpuppe dient dem Kontakt zu Kindern
„Erzählt ein Kind im Gespräch mit der Handpuppe, dass es gerne an den Rollenspielen teilnimmt, weil es in dieser Zeit gemocht oder respektiert wird, dann macht uns das natürlich nachdenklich.” Zusammenfassend konnte Bettina Sichelschmidt aber sagen, dass die Schülerinnen und Schüler „aus sich herauskommen, mit uns und ihren Klassenkameraden ins Gespräch kommen und sehr viel aus dem Märchenmobil mitnehmen.”
Zuhause, erklärte die Erzieherin, malen die Kinder mittlerweile Bilder vom Mobil und den darin gespielten Märchen. Sie spielen das Erlebte nach oder schreiben sogar eigene Geschichten. Heute wird das „Märchenmobil” der Caritas abgeholt, doch das Kollegium der Grundschule Friedenstal überlegt jetzt, die „Kuschelecke” in eine „Märchenecke” umzubauen. „Damit wir das ganze Schuljahr über märchenhafte Tage erleben.”










Ennepetal, 29.03.2009, Angelika Trapp